Zombilarp in Belgien, Die Reise ins Totenreich (rerun) 15-17.3.2019

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    • Zombilarp in Belgien, Die Reise ins Totenreich (rerun) 15-17.3.2019

      Die Reiseleitung (recht origineller Name für eine Orga wie ich finde)

      Ein ausgeschriebenes Zombi Larp in einem Bunker mit ähhh deutschen Besatzungstruppen des 2 Weltkriegs.
      Es wurde IT ein Bunker des WW2 in Columbien entdeckt und eine deutsche Expedition unter der Führung einer Universität wird aufgestellt.
      Zeitgleich gab es eine privat aufgestellte Gruppe durch einen reichen Sponsor der natürlich scharf war auf mögliche Relikte.
      Aufgabe war sich im Vorfeld einen Charakter zu erstellen und bei einer der beiden Gruppen zu bewerben.


      Die Veranstaltung wurde im Fort Barchon in Belgien durchgeführt , welches kurz hinter der Grenze bei Aachen liegt (ca 30km neben der Grenze).

      Für viele war es daher nur ein sehr kurzer Weg. Ich bin aus dem Norden über Maastrich schon etwas länger unterwegs gewesen.
      Das Fort seht ihr euch optimal auf Google Maps an. Von oben ist es eine Triangle Form. Im Kern liegt die Bunkeranlage mit mehreren Ebenen. Die Triangleform stellt sich vor Ort wie eine Art Schlucht dar, durch die man gehen kann. Rechts und Links sind hohe Bunkerwände die Zeugen zweiter Weltkriege sind. Ich lasse das Ganze Thema Gedenkstätte und WW2 Thematik mal komplett aus diesem Review, aber es sei gesagt, dass die Orga da sehr sensibel mit umgegangen ist und ihre Sache gut gemacht hat.

      Frühstück,Getränke sowie kaufbares Essen(z.B. eine Art Pulledpork Burger) wurden zwischendurch angboten.
      Wir haben im oberen Bereich im Bunker in großen Räumen schlafen können. Es sollte angeblich permanent 12 Grad gewesen sein, aber es kam mir kälter vor. Sanitäre Anlagen waren in eigenen kleinen Gebäuden vorhanden und boten alles was man benötigt. Die Orga war ebenfalls in einem angeflanschten Containergebäude mit großen DRK-Zelt vorhanden. Hier waren Bierbänke und Tische sowie Heizstrahler vorhanden.
      Freitag war Anreise aller Spieler und ab ca.21Uhr Time In.
      Das Ganze spielte sich nur am Zelt ab, in dem beide Gruppen ihre Bewerber in Gespräche vertieft und entsprechende Contracs vereinbart wurden. Die Universität unter den Namen Global Expeditors trat richtig mit Messefolder und Fotos der Expeditionsleitung auf. Werbeflyer und fertige Verträge rundeten das Bild ab. Die private Gruppe (Private Trekkers) kam erst etwas später dazu und trat ohne großes Tamtam auf.
      Unter den Bewerbern war alles zu finden. Wissenschaftler verschiedenster Fakultäten, Studenten die auf Forschungsmission waren, oder die es als ihre Bachelorarbeit betrachteten, Geisterjäger und Pseudowissenschaftler, Söldner, Techniker, Sanitäter, Schatzjäger, skurrile Gestalten oder einfach nur Taugenichtse. Auch eine Youtube Gruppe aus einem 3er Team war stets nervig dabei.
      Aus Mangel an Vorbereitung entschloss ich mich für einen Ex-Pionier(Militär) und Techniker, der seit Jahren für Versicherungen und Privatleute arbeitet und bei Notfällen wie Havarien(z.B. Bohrinsel) gerufen wird. Ziel war hier aber nicht die milit. Ausbildung sondern der Umgang mit technischen Material. Türen öffnen, Infrastruktur zum Laufen zu bekommen, Maintenance und Support. Nachträglich fallen mir viele nette Sachen ein, die ich vor Ort vermisst habe und mir das nächste Mal bauen würde. IT war ich vorher in Südamerika beruflich unterwegs und sah darin die schnelle Möglichkeit Geld zu verdienen. Daher war mein Ziel bei den private Trekkers anzuheuern und vielleicht ein paar Relikte an der Universität vorbei zu schmuggeln und damit nett Geld zu machen. Allerdings waren die am Anfang nicht zu finden und es kam das Gerücht auf, dass sie nicht mehr anheuern. Deshalb ging ich zur Universitäts Expedition und verkaufte mich so teuer wie möglich. Da ich der Einzige mit dieser Art Erfahrung war, hatte ich auch sofort den Job und konnte dazu noch ganz gute Konditionen aushandeln. Später bekam ich mit, dass die andere Gruppe doch anheuert und sehr gut bezahlt. Nachdem ich 3-4 x angesprochen wurde und mich langsam über meine Gruppe sehr skeptisch äußerte, bot ich für eine satte Prämie den Verkauf von Informationen für die private Trekkers an. Damit hatte ich einen zweiten Contract und war finanziell gut aufgestellt. Tatsächlich dauerte es nicht lange bis mir die Expeditionsleitung technische Unterlagen anvertraute die man gefunden hatte. Diese fanden dann ihren Weg per Handyfoto und zufälligen Treffen zur Gegenseite. :whistling:
      Tatsächlich sah ich als milit. strukturierter Techniker in meiner Gruppe das pure Grauen. Völlig chaotische Planung, keine Ausrüstung, absolut naive Teilnehmer die wie in einem Kindergarten agierten und damit nicht nur die Expedition, sondern auch alle anderen Teilnehmer gefährdeten. So beklage ich mich abends noch gut angetrunken auf dem Youtube Channel wobei mir klar zugesagt wurde, dass ich nicht im Bild bin. ^^

      So verlief der erste Abend mit vielen interessanten Gesprächen und Planungen. Eine sehr lustige Aktion war hier der Tüv Rheinland der zwei deutsche Ingenieure schickte. Die Universität musste aus versicherungsrechtlichen Gründen ihr Personal schulen zum Thema Bestechung und Sexismus am Arbeitsplatz sowie Arbeitssicherheit. DAs galt für alle Teilnehmer der Gobal Exp. Welche anschließend einen Test schreiben mussten. Es gab welche die 3x durchgefallen sind und welche die Geld gezahlt haben damit sie endlich bestehen. ^^ Auch die Beiden vom Tüv waren eine grosse Bereicherung für das Spiel und zumindest einer schaffte es bis ans Ende mit mir zu überleben.

      Am nächsten Tag gings dann los mit einer IT Anreise in die Bunkeranlage.
      Es gab Türen die hatten ein farbiges Schoss mit einer Schlüsselkennung die man irgendwo finden konnte.
      Das war natürlich was für mich, nachdem ich fragte was wir jetzt genau machen und die Antwort war „Wir suchen einen Schlüssel“ LJa genau…eine Bunkeranlage der deutschen Wehrmacht und der Schlüssel liegt unter der Fußmatte. Nach 70Jahren sieht der bestimmt noch aus wie neu. Vielleich einfach mal klingeln? Solche Ideen wurden mir noch öfter präsentiert.
      Ich schlug der Exp.Leitung vor, eine Aufnahme der Situation vor Ort zu machen und dann zurück ins Basislager und per Hubschrauber in den nächsten Wochen hydraulisches Hebewerkzeug, Schneidbrenner sowie C4 mit Schneidladungen sowie anderes Material zu ordern. Das wurde auch angenommen.
      Einige Zugänge waren mit Claymore Sprengminen versperrt , welche wir Stück für Stück entschärfen mussten. Es dauerte sehr lange bis ich sie davon überzeugen konnte, dass sie seeehr stark erodiert sind und kein Sprengmeister von Verstand die Dinger entschärfen würde. Eine ging früher los als gedacht und ich bekam eine Kugel an die Schulter. Anstatt Ehrfurcht vor den alten Minen zu entwickeln kamen dann nur blöde Sprüche. Fand ich vom Spiel sehr enttäuschend. (Ich war der Einzige der das im Lebenslauf stehen hatte, war OT aber nicht darauf vorbereitet. Spielerisch war das von einigen aber mal wieder absoluter murks!)
      Irgendwann war der Weg frei in den Bunker und wir arbeiteten uns die Stockwerke runter. Dabei war es dunkel, feucht und teilweise wirklich nicht ungefährlich. Dank starken Hinweisen der Orga hatte jeder einen Helm auf und ich war dankbar da ich selbst mit diesem mehrfach hängen geblieben bin. Die Gruppen vermischten sich mit der Zeit und verteilten sich im Bunkersystem.
      In einer Hauptkammer befand sich die erwartete Maschine.
      Ein Ätherfeldblasen-Generator den natürlich irgendjemand wieder einschalten und aktivieren musste. Das führte zum großen Knall und wir waren ALLE von deutschen Truppen umgeben. Was? Ja, richtig! Wir wurden in eine andere Ätherblasen Dimension geworfen wo die Deutschen seit 55 Jahren gefangen waren. Diese nahmen uns „als Gäste“ und führten uns zum Verhör in tiefere Teilen des Bunkers. Der Feldmarschall verhörte uns in kleinen Gruppen und wir stellten fest ,dass wir nun leider in dieser komischen Dimension mit den deutschen Truppen ebenfalls gefangen waren. Wissenschaftler waren ebenfalls in einem Labor mit Laborpersonal vor Ort und erläuterten uns unsere Fragen. Nur die Soldaten waren nicht ansprechbar. Es waren willenlose Supersoldaten die durch ein Kopfwäschegerät namens Gustav erschaffen wurden. Es dauerte nicht lange, da wurde die erste Person aus unserer Gruppe „gustavisiert“. Vorher durften wir medizinische Tests und Auswahverfahren über uns ergehen lassen.
      Alle Menschen werden als Unikat geboren, doch die meisten sterben als Kopie

      Optik vor Praktikabilität...oder warum sollte ich sonst schales Bier trinken?!
    • Ich sah zu, dass ich beim Verhör mich als sehr nützlich darstellte(Ingenieur, Ahnung von fortschrittlicher Waffentechnik etc) was dazu führte, dass ein paar Andere und ich vom Feldmarschall mit Armbinden ausgewählt wurden. Nachdem aber eine Frau gustavisiert wurde brach bei uns kollektiv der Fluchtreflex aus und wir flüchteten über das komplette Gelände. Anschließend wurden wir von den Supersoldaten gejagt, erwischt und zum Gastav gebracht. Wer sich wehrte wurde erschossen. Aus meiner Perspektive wurden es immer weniger um mich herum und nachdem ich mich mit ein paar Anderen das achte Mal in die gleichen Tunnel flüchtete, entschloss ich mich zurück in die Haupttunnel der Deutschen zu gehen und zu hoffen zum Feind über zu laufen. Dies erlaube mir der Feldmarschall auch und ich wurde auf meine Leute angesetzt sie zu jagen und zum Gustav zu bringen. Zudem wurde mir ein Netz wie ein Gladiator in die Hand gedrückt. (Das blödeste was ich je erlebt hab. Musste mi schon sehr das Lachen verkneifen) Natürlich tat ich immer nur so wenn Soldaten vorbei kamen aber ich arbeitete daran mit Anderen den Feldgenerator umzubauen. Dazu hatte die Orge Teile versteckt und Anweisungen wie diese zu kombinieren sind und was bei dem Generator einzustellen ist. Mit der Zeit eskalierte die Situation mehr und mehr und ich bekam ebenfalls immer größere Schwierigkeiten glaubwürdig zu sein. Einige von uns tarnten sich als gustavisiert, was aber auch wieder aufflog. So war es stets ein Katz und Maus Spiel gegen die Soldaten mit ihren Waffen. Diejenigen die starben standen nach einer Zeit wieder auf, da die Ätherblase alle Energie in einer Schleife hielt.
      Am Ende konnten wir in letzter Sekunde den Generator wieder starten und zurück in die Normalzeit fliehen. Leider am Ausgang angekommen, stellte wir fest, das auch die Deutschen frei waren und mitgekommen sind. Sie hatten nur neben ihren bewaffneten Supersoldaten noch alle gustavisierten Personen dabei. Wir mussten uns den Weg freikämpfen. Wie auch immer wir das geschafft haben mit 3 Schusswaffen und ein paar Messern. (war sehr künstlich herbeigeführt dieser Showdown und sein Ende)
      Am Ende standen noch einige von uns und das Spiel war vorbei. Als Abschlussszene trat plötzlich eine Touritruppe durchs Bunkertor die klar nicht in unserer Zeit gehörte. Wir waren also nicht in unserer Zeit gelandet, sondern im Jahr 2079. War n guter Effekt für den Schluss.
      Im Anschluss gabs OT Party und man quasselte über das Spiel. Ich hatte ausser die Sprengmine nichts abbekommen und wurde nicht gustavinisieert. Jeaahhhh...überlebt Zudem schreibe ich jetzt eine Rechnung für 60Jahre Sold
      Generell war es sehr nass, kalt, windig und schlammig. Ich habe mich 3x abgepackt (Showsterben)was zu etwas durchnässten und mega verschlammten Klamotten geführt hat.
      Die Supersoldaten der NCS wurden ganz gut dargestellt, mussten aber auch nicht viel machen. Das deutsche Laborpersonal und früher gefangene Wissenschaftler wurden ebenfalls recht glaubwürdig dargestellt und dienten als Informationsquelle. Der Feldmarschall war für mich das Einzige Highlight des Cons, während ich von den anderen Offizieren nicht wirklich etwas mitbekommen habe.
      Meine Mitspieler waren in allen Qualitäten vorhanden, wobei schon ein paar Kandidaten dabei waren mit denen ich jetzt nicht vermehrt zu tun haben muss. Ein paar Konzepte wurden toll umgesetzt und teilweise auch gut gespielt. Wieder andere waren dagegen auffallend schlecht. Aber das ist der übliche Schnitt im Larp. Auch gab die Veranstaltung natürlich nicht sehr viel Grundlage für tiefes Charplay, aber der neuzeitliche Kontext war mal ganz interessant.
      In Summe hat es mir nicht so viel Spass gemacht wie gehofft. Die Spielzeit war sehr kurz, wobei der eigentliche Bunkerpart nur von Samstag 12-13Uhr bis 22-23Uhr ging.
      Die Party Samstag Abend war OT! Im Bunker war es nur ein Verstecken vor den Soldaten ohne wirkliche Konsequenzen wenn Du erwischt wurdest. So richtig wollte sich bei mir damit auch in den dunklen Gängen keine spannende Atmosphäre einstellen. Ich hatte 2-3 Momente die recht spannend waren, aber mehr auch nicht. Vor allem der Start beim Übergang in welchen die Soldaten auftauchten. Dann wurde der Spannungsbogen aber leider nicht gehalten. Das Finale war mir ebenfalls viel zu sehr gekünzelt.

      Grundsätzlich finde ich die Orga und die NSCs haben einen guten Job gemacht!
      Dennoch wurde aus dem Grundkonzept zu wenig herausgeholt, da war wesentlich mehr Potential drin.
      Die Sache mit den Schlüsseln fand ich sogar sehr schlecht gelöst. Es hieß im Vorfeld keine Waffen einpacken da es genug zu finden gibt. Tatsächlich habe ich nur ein Tisch mit ein paar Latex-Glasflaschen und anderen Gegenständen gesehen. So richtig gab es nichts zu finden was auch dafür sorgte, dass es keine richtigen Kämpfe gegen die „Zombis“ gab sondern lediglich ein paar Hinterhalte.
      Würde ich nochmal hinfahren? Puh, dafür war der Fahraufwand für mich zu groß. In Summe war es ganz nett so etwas mal gemacht zu haben, aber gewinnt auch keine Preise. Thematik und Echtzeit ist aber mal sehr spannend.
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      Optik vor Praktikabilität...oder warum sollte ich sonst schales Bier trinken?!