Histoire Vexinoise IX - Der Steinrausch

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    • Histoire Vexinoise IX - Der Steinrausch

      Anfahrt:
      Haus Wetterstein, Helmstedt in Niedersachsen
      Gut zu finden mit meinem Navi. 4,5 Stunden sind ok. Kein Stau.

      Location:

      Zitat vom letzten Mal:

      Schönes Haus, besonders von außen, und der Schuppen daneben für das Fest geradezu perfekt. Viel mehr Leute hätten wir aber auch nicht sein dürfen (sonst wäre das mit Toilette und so schon schwer). Das Matrazenlager war von der Bequemlichkeit gut, (...) Die Kamine ganz groß und sehr stimmungsvoll, inklusive Holzhacken. Aber wenn man nicht aufpasste wurde es recht schnell kühl. Ich glaube da habe ich mir auch meine leichte erkältung zu einer schweren aufgelevelt. Abtarnung gut gelungen, aber das Haus brachte schon viel mit.

      Diesmal war das Ambiente dank gewisser Details noch einmal besser (dank Tarp draußen, Schild der Taverne und weiterer Kleinigkeiten). Und diesmal wurde der Wald noch viel mehr ins Spiel eingbunden, was großartig war, denn der Wald gibt viel her!

      Diesmal gab es auch weniger lästige Nicht-Larper als letztes Mal.^^

      Plot/Spiel:

      Kurz: Steinrausch im Fief Grailly, Cent Suffit: der Seigneur schickt Beamte los, die zusammen mit den Maitres der Universität die Steine abbauen lassen sollen von Tagelöhnern, die sich vorher aber eine Schürflizenz unter Auflagen besorgen müssen, und untersuchen. Nebenbei: Pilgerreise für das Sophienspiel. :)

      Zitat von facebook:
      Meine Highlights waren natürlich immer dann, wenn ich einerseits mit meinem Charakter die klerikalen Szenen hatte, sei es zum Nachtgbebet, zur Grabeinsegnung oder am Pilgerschrein. Ich hatte mich auf nichts gründlich vorbereitet, absichtlich, weil ich eben nur ein Bruder und kein geweihter Priester war und damit eben alles etwas rustikaler/spontan kommen sollte und gleichzeitig wollte ich auch nichts übertrieben liturgisch in die Länge ziehen. Und ich hatte das Gefühl das kam an weil alle dabei mitmachten und das machte einfach Spaß! Oder dann auch wenn ich einigen Leuten ins gewissen reden durfte und die sich wirklich von der drohenden Verdammnis ihrer Seele beeindrucken ließen und das mal nicht abtaten, sondern das als reale, unabwendbare Bedrohung empfanden. Im nachhinein hätte ich wohl noch viel mehr ins Gewissen reden müssen. ;) Aber manchmal war auch einfach nur zuzuschauen richtig cool, wie z.B. die Schürfer bei der Steinabgabe mit den Beamten zu feilschen suchten. Insgesamt hatte ich ja wenig mit den Steinen zu tun, aber was ich da sah beeindruckte mich ungemein: die Mühe mit der das im Wald verteilt und verknüpft und zu finden war...ich musste mich manches Mal echt abhalten nicht auch in den Steinrausch zu verfallen, einzusacken was ich finde und zu versuchen irgendwo los zu schlagen. :D Dazu die Details wie Wirtshausschild, Karte und Gemälde, Pilgerschrein, das Ambiente von Haus und Wald... das machte zusammen mit den wundervollen Spielern einen super gelungenen Con aus.

      Es hat mich übrigens viel Überwindung gekostet Gesa anzuschreien, weil ich ja normal nicht so der aufbrausende bin. Aber meiner Rollenbeschreibung war die Pilgerreise einfach zu wichtig. Und super, dass wir uns zur traditionellen Raunacht IT versöhnten. <3 Ganz groß war natürlich auch das Raunachtsessen: ich fand total schlimm, dass ich nicht mal ansatzweise von allem probieren konnte weil ich viel zu schnell satt war! :cry: Aber besonders sind mir die Tomatenbutter, die Blätterteigtaschen, Kürbis- und Gemüsesuppe sowie Nudelsalat und Würstchen im Gedächtnis geblieben.

      Muss übrigens sagen: hab so wenig Alkohol wie noch nie auf Con getrunken. Das lag auch daran: meist hatte ich dazu keine Zeit oder wollte auch klar bleiben für meine ganzen Aufgaben.

      Das Spiel war großartig. Es waren nicht nur die großartigen Vexiner, sondern auch die Gäste auf ganz hohem Niveau dabei. Ich liebte es!

      Fazit:

      Geil! Kommt auf meine Bestenliste aller Cons seit meinem Larpstart 2002!


      3. Sonnenkrieg - 18.-21.04.2019 (Chevalier de Nemour)
      Eine Legende von zwei Dörfern - 05.-07.07.2019 (Chevalier de Nemour)

    • Anmeldung/Kommunikation im Vorfeld/Organisatorisches

      Zur Organisation muss ich ja wohl nicht mehr viel sagen – Phil, das ist echt Wahnsinn, was du da auf die Beine gestellt hast! Dieses Gebastel allein... wow.
      Ich fand es sehr schön, dass du bei all dem Stress immer ansprechbar warst im Vorfeld und auch Extrawünsche und Ideen angenommen und eingeflochten hast. Dickes Lob! Das wünsche ich mir von jeder Orga! Auch während der Veranstaltung hast du als Wirt was hergemacht. Ich verstehe immer noch nicht so ganz, wie du gefühlt immer überall gleichzeitig sein konntest....

      Location und Ambiente
      Wie beim letzten Mal auch. Ich mag Haus Wetterstein, das ist so schön urig. Die Taverne war schön rausgeputzt und die kleine Feuerstelle davor hat noch einmal ordentlich zum Ambiente beigetragen. Der Wald wurde dieses Mal richtig gut als Spielfläche ausgenutzt.
      Zum Ambiente haben für mich auch alle Mitspieler beigetragen. Ich hatte mit meiner last-minute-fundus-Klamotte echt ein schlechtes Gewissen. Alle haben sich wahnsinnig viel Mühe gegeben, ein stimmiges Charakterkonzept darzustellen. Das Labor zum Beispiel war richtig gut ausgestattet und ich war nicht nur von STims Wunderwerk echt beeindruckt!

      Plot
      Ich habe nicht mal annähernd alle Plotstränge mitbekommen!!! Wahnsinnig viele Spielangebote!
      Für mich war natürlich in erster Linie der Maitre-Plot von Interesse. Ich habe erst hinterher erfahren, dass Claudia und Angela mit ihren eigenen Charakteren vor Ort waren – es hat einfach super gepasst und mich in einigen Punkten an meine eigene Uni-Arbeits-Zeit erinnert (gut, dass das Geschichte ist....). Wie bei FB schon erwähnt fand ich es toll, wie die anderen Gelehrten im Hintergrund denunziert und gestichelt haben, während ich mich recht taub gestellt habe auf diesem Ohr. Immerhin war ich der Überzeugung, dass durch meine bahnbrechenden Studien früher oder später eh alle begeistert von mir und meinen Forschungen sein würden. ;)
      Ich fand es spannend den Spagat zwischen Forscherdrang und Diplomatie zu Kirche und Staat anzuspielen. Auf der einen Seite konfrontiert mit fantastischen Forschungsentwicklungen, die ich unbedingt an mich bringen wollte und auf der anderen Sache aber auch bemüht, den manchmal etwas übereifrigen Elan der Kollegen in Zaum zu halten, damit die Beamten uns nicht die Unterstützung entziehen.
      Mit Willi kam es ja dann auch zu einem ordentlichen Konflikt, der mir viel Spaß gemacht hat. Der ungehobelte Bruder hat es aber auch einfach nicht gecheckt, dass die Heilige manchmal wundersame Wege geht, um den Menschen ihr Wirken nahe zu bringen. Mein Charakter war nämlich durchaus sehr sophiengläubig und hat das sehr ernst genommen, hatte durch ihre Studien allerdings einen etwas weiter gefassten Blickwinkel auf den Canon als Willi :D Besonders die Szene, in der mich Willi so angeschrien hat, fand ich sehr stimmig.
      Ich hätte viele Aspekte des Maitre-Spiels gern noch weiter ausgeführt. Wir hatten irgendwie viel zu wenig Zeit im Labor um die Steine und Pflanzen zu untersuchen und um die verschiedenen Theorien zu einen. Ein bisschen kam mir da meine eigene Erschöpfung nach der Pilgerreise in die Quere. Bei diesen Feenteichen war ich beispielsweise gar nicht, obwohl das ja eigentlich voll mein Forschungsbereich war... Da ärgere ich mich im Nachhinein ein bisschen drüber.
      Ein bisschen verliebt bin ich in die Puce! Ich war am Anfang etwas skeptisch bezüglich des Plans, ein Wirtschaftssystem zu simulieren und dann auch noch eine neue Münze einzuführen, aber ich muss sagen, das hat doch ziemlich gut geklappt! Ich habe mir Mühe gegeben, möglichst viel Puce unter's Volk zu bringen, auch um mich beliebt zu machen^^. Ich denke, da hätte ich noch viel großzügiger sein können. Große Bestechungssummen sind nämlich nicht geflossen.
      Ich fand es sehr beeindruckend, den Eiger der Steineschürfer zu sehen! Die waren ja wirklich unermüdlich bei der Sache. Ganz, ganz toll!! Die Beamten haben mir auch gut gefallen, besonders zu Anfang die Sache mit der Sanduhr und den Kursen!
      Ich hatte leider gar keine Zeit, mich mit irgendwelchen Schürfern näher zu unterhalten.
      Das wäre eh so der alleinige Kritikpunkt des Ganzen! Zu wenig Zeit! Der Plot hätte, zumindest für mich, locker für eine Woche gereicht! Es gab so viel, was ich gar nicht verfolgen konnte aus Zeitmangel (die Sache mit der Grabschändung, das versteckte Erbe des Großvaters, der Raub des Bildes aus der Taverne, ….). Dadurch habe ich mich manchmal etwas unter Druck und gehetzt gefühlt, weil ich mich oft entscheiden musste, wo ich mich jetzt reinhänge und was ich dafür sausen lasse... Aber vielleicht gehörte das ja auch zum Konzept? ;)
      Die Rauhnachtsfeierlichkeiten waren ein wundervoller Abschluss für eine wundervolle Veranstaltung. Auch hier war ich nur etwas enttäuscht von mir selbst, dass ich so schnell müde war.

      Phil, herzlichen Dank für ein tolles Wochenende!
    • Ich kann mich an vielen Stellen meinen Vorredner*innen nur anschließen, daher deckungsgleiche Rückmeldung nur kurz:

      Location:
      Schick und nice. Dieses Mal sogar ohne nervige Touris auf dem Parkplatz. Durch das "Spielverbot" auf der linken Seite des Hauses, sind mir auch die Nachbarn dieses Mal überhaupt nicht aufgefallen.
      Grandios, dass wir den Wald endlich mal ausreichend erspielen und bespielen konnten. Ich mag die Art des Waldes sehr.

      Plot:
      Unfassbar was du da hingezaubert hast, Phil. Nicht nur gSCs mit verwobenen Charstorys und Tiefe, sondern dazu auch noch den Steinplot, nen Maitre-Plot, was für Beamte und bissel Stress durch die "Josseliner".
      Mein eigener Char hat mir sehr gut gefallen, leider konnte ich dessen Tragik nicht richtig ausspielen, da es einfach direkt viel zu gut für mich gelaufen ist. Sei es Steine in finsterster Nacht zu finden und als Zeichen der Heiligen zu deuten, oder direkt jemanden bei einer Grabschändung zu überführen. Ich war einfach viel zu schnell vom Steinrausch erfasst.
      Die Möglichkeiten für mich, gerade in Kombination mit Kais Char und auch dann Claudias Anspielung in der Rauhnacht waren da, aber zu diesem Zeitpunkt war ich schon viel zu erschöpft. :)

      Ich fand es sehr cool, das Kai den "Josselinern" einheizen wollte. Wäre mir eine Freude gewesen, die Drecksäcke umzubringen und im Wald zu verscharren. :)

      Rauhnacht:
      Unsere "Buffet-Leistung" vom letzten Jahr nochmal getoppt. Verrückt. Ich konnte auch bei weitem nicht alles probieren. Was mich aber sehr gefreut hat, war die schöne und große Auswahl an vegetarischen/veganen Speisen. Dieser Con war jetzt der Erste für mich auf welchem ich komplett auf Fleisch verzichtet habe. Vorher habe ich mir der Einfachheit halber immer eine "Ausnahme" für die larp-WEs genommen. Diese Zeiten sind jetzt aber vorbei.
      Faszinierend und selten erlebt: Die Erschöpfung aller Beteiligten. Eine positive Müdigkeit, aufgrund der Vielzahl an Aktivitäten und Ereignisse und dennoch eine illustre und aktive Rauhnacht. Wirklich fein.

      Krasser Shit den Du da hingezaubert hast, Phil. Lob und Anerkennung. Wahnsinn!



      Spießer mit Herz!
    • Wie zuvor angedroht, will ich hier auch nochmal meine Meinung zum Steinrausch loswerden.

      Location:
      Wie früher... also VIEL früher. Leider habe ich das Bild nicht mehr von 2000, auf dem Philip ziemlich durchgefroren auf der Bank vor dem Ofen im EG sitzt. Die Location ist für kleinere Veranstaltungen natürlich perfekt. Ich hoffe allerdings immernoch, dass H früher oder später Büsche zu den Nachbarn pflanzt (oder macht, dass es jemand tut).

      Plot/Spiel:
      Das Setting war ja im Grunde wie erwartet, ein Goldrausch Setting eben. Aufgrund der Erfahrungen mit Phils Spielleitungsphilosophie habe ich auch schon einiges erwartet. Aber letztlich war ich überrascht, wie *krass* gut es dann letztlich geklappt hat. Die Charaktere waren trotz anders lautender Ankündigung seitens der Orga wirklich tief genug verwoben, um sofort ins Spiel zu kommen. Zugegeben half mir dabei auch noch ein wenig die Tatsache, dass ich zufällig mit einer der beiden Bezugspersonen, Tims Bauern Pascaline, anreisen konnte. Da ich seinen Hof abgefackelt hatte wobei auch seine Familie umgekommen ist, hatte ich ein wenig Gewissensbisse, die mich dazu antrieben, seinen Erfolg bei dieser ganzen Sache sicherzustellen. Dabei war ich extrem unentschlossen, ob ich es ihm beichten soll oder erstmal dem Bruder Willi.
      Als am Freitag Abend dann Manu sehr merkwürdig in der Taverne angesprochen hat, war ich fest davon überzeugt, dass er Bescheid wusste und irgendwie versuchen wollte, mich mit diesem Wissen zu erpressen. Daher habe ich mich natürlich erstmal unwissend gegeben und vielleicht etwas zu bemüht versucht, den Schein zu waren (zumal Patice ja direkt neben mir saß). Da Manu aber nicht zum von mir angenommenem Punkt gekommen ist, habe ich meine Blitzbeichte erstmal wieder vertagt. Immerhin sollte ja beim Pilgergang am Tag darauf ein gewisses Maß an Absolution ausgeteilt werden.

      Zur Beichte bei Bruder Willi am Samstag nach der Pilgerfahrt kam es dann aber leider nicht mehr, da ich von der permanenten Schatzsuche (und der doch etwas anstrengenden Woche vorher) ziemlich durch war. Hier hätte sich die Geschichte nochmal empfindlich zuspitzen können.

      Das wäre viel schlimmer gewesen als die 4 Jossis abzuziehen und im Wald zu verscharren, wozu es dann ja auch nicht gekommen ist.

      Rauhnacht:
      Großartig wie letztes mal, wenn auch etwas kürzer. Dafür war der Abend vorher, bei dem Antoine die Schnapsschleusen geöffnet hat, umso länger und intensiver. Rein kulinarisch gesehen, war natürlich Samstag Abend schon sehr viel weiter vorne.

      Organisation:
      Tja, Phil, Du machst Dir das Leben selbst ziemlich schwer. Meine Erwartungshaltung ist jedenfalls nochmal gestiegen. Dennoch hat mich das Wochenende wieder richtig motiviert für LARP (...wenn auch nicht zwangsläufig zum Nähen) und ich mich gleich zum nächstmöglichen Con angemeldet habe.

      Vielen Dank für diese geniale Veranstaltung, Phil. Vielen Dank auch an die anderen Mitspieler, die sehr amtlichen Beamten, die Maitres und anderen, mit welchen ich im Spiel dann nicht so wirklich viel zu tun hatte, die aber die Atmosphäre entscheidend mitgetragen haben. Von dem meisten Kram habe ich überhaupt nichts mitbekommen im Spiel. Gerade deswegen bin ich immernoch ziemlich verwundert, dass ich die ganze Zeit irgendwas doch eher bodenständiges gemacht habe eigentlich. Genau das Gegenteil von Wald-und Wiesen-Cons, wo immer irgendwas ganz "Großes" läuft, bei dem man hinterher aber doch das Gefühl hatte, sich zeitweise gelangweilt zu haben.

      Ich denke, nächstes Mal wäre ich wohl wieder dabei...
    • Review zum Steinrausch:

      Das Larpjahr begann mit einem der schönsten Cons meiner 20+ Jährigen Larpkarriere, dem Steinrausch.

      Dass dieser Con in fast-ein-Mann-arbeit entstand ist schon ein bisschen unglaublich, besonders in dieser Qualität. Ohne die passende Spielerschaft wäre diese Arbeit natürlich für die Katz gewesen, aber so passte alles zusammen.

      Mich hat das ganze Thema, trotz Kranksein, so weit motiviert, selbst den langen Pilgerweg zu bestreiten!

      Um was ging es?
      Im idyllischen Vexin wurden merkwürdig-interessante Mineralvorkommen gesichtet. Die Universität aus Courelle war sehr an Proben davon interessiert und irgendwie schienen sie auch wertvoll zu sein, so wurde schnell ein Geschäft aus dem Abbau dieser Steine. Tagelöhner von nah und fern zog es in die Schürfgebiete und die Obrigkeit musste das ganze schnell eingrenzen und reglementieren.
      An so einer Schürfstelle fanden wir uns also zusammen, Tagelöhner, Beamte und Forscher..und ein stets mittrinkender Wirt!

      Ich war als Schürfwilliger vor Ort und hatte erst einmal die Hürde der Schürferlaubnis zu überspringen. Mit einigen Gefährten stellten wir uns der Prüfung der körperlichen Tauglichkeit (bei Gerome, einem alten Spießgesellen) und auch unsere geistige Gesundheit stand zur Probe (bei Gelehrten der Universität). Das ganze lief so (herrlich) umständlich ab, weil diese verdammten Paragraphenreiter mit Dreck am Stecken (die beiden Beamten) am längeren Hebel saßen. Sie legten auch stündlich die Preise fest, die Begründung mi den Brieftauben vom Seigneur fand ich allerdings (auch OT) n bisschen lächerlich. Aber wenn die Herren sagen es ist so, dann ist es erstmal so.

      Man machte sich noch die selbe Nacht in vollkommener Dunkelheit auf, die ersten Steine zu finden.. und wir wurden im Dreiergespann auch fündig..was für eine Freude.. die nicht lange währte, denn wir hatten nicht genug um sie verkaufen zu können.. und Typenrein musste das Ganze auch sein. Diese Umständlichkeiten haben sehr sehr zum Spielgefühl beigetragen muss ich gestehen und die meisten waren auch gut in den Hintergrund eingebettet!

      Man wollte sich schon zu bette begeben (wie die meisten anderen), wäre man nicht auf ein paar Lichter im Wald aufmerksam geworden. Zwei Halunken machten sich an den Gräbern am Sophienschrein zu schaffen, diese Freveler!!! Gestellt wurden die Burschen und wollten Leugnen, doch verplapperten sie sich schlussendlich doch beim Wirt. Zufällig war es das Grab seines Vaters, was dort geschändet wurde.. aber nicht von den beiden Schlingeln allein, vorher war wohl schon jemand dort und hatte noch mehr Unheil gestiftet.
      Die Taugenichtse wurden am nächsten Tag vom Gebetsbruder abgestraft, aber besonders einer der Frechdachse schien keine Reue zu empfinden und meinte eine gute Tat vollbracht zu haben, eine ältere Schandtat aufgedeckt zu haben!

      Das ganze interessierte mich nicht mehr, genau so wenig wie meine Abhängigkeit von unser IT-Droge Bleu, denn ich war (neben meiner OT-Grippe) voll dem Steinrauschfieber verfallen. Mit meinen Kumpanen fanden wir schnell neue Schürfstellen und sammelten und sammelten und sammelten zu viel.. mehr als wir auf einmal bei uns haben durften. Natürlich wurden wir beim Frühstück im Wald direkt von den Beamten erwischt, kamen aber nochmal mit einem etwas leereren Geldbeutel davon und konnten direkt weitermachen.
      Dann zog es uns jedoch mit auf eine kleine 3 Stunden Pilgerreise, deren Abschluss am Turm wirklich wunderschön inszeniert war (dank an Willi, beste Sophienglaubendarstellung ever!), von den Geschichten um die Heilige auf dem Weg hin, oder das Gebet am Turm selbst.

      Auch am Turm machte der Steinrausch nicht halt und wir fanden besondere Schwarze Steine, die uns den ersten fetten Gewinn einbringen sollte. Nach einer anstrengenden Rückreise war ich froh etwas trinken und essen zu können um dann bei den Beamten vorstellig zu werden..es galt endlich etwas Geld zu machen.
      Das hätte mich zwar fast meinen Verstand gekostet (danke für das tolle Beamtenspiel bei Chris und Heck), aber es war die unendliche Mühe wert. Mit einer zweiten Rutsche später, haben wir zu dritt jeder über 120 Püß verdient, ein reichlicher Verdienst!

      Nebenbei bekam man auch immer etwas von den Geschichten der anderen Spieler mit, die anderen Schürfer und die Forscher..was da alles passiert ist weiß ich allerdings nicht, das rege Treiben brachte aber unendlich viel Immersion.
      Was Phil da unermüdlich gebastelt hat war wirklich fabelhaft.. auch die Rätsel und das Tavernenschild.. einiges hat man erst am Ende der Veranstaltung gesehen und nochmal gestaunt.

      Zwei Downlights habe ich dennoch:
      Den Besuch der Josseliner fand ich in der Art nicht so zuträglich, auch fand ich es schade mit den Jungs nicht so richtig spielen zu können. Es sollte ein bisschen Bedrohung bringen, aber irgendwie machte es nicht richtig klick bei mir. Es war eher etwas unangenehm…das hätte ich mir lieber anders gewünscht, so war es „Bedrohung an, Bedrohung aus“ und nichts so richtig zum Spielen.

      Das „im Vexin hat keiner ne Waffe“ ist mir n bisschen zu romantisch gedacht. Das von den Beamten angeordnete Waffenverbot fand ich IT wie OT überflüssig. Es gab natürlich bei diesem Setting gar keinen typischen Larp-Kampf, aber mir fehlt n bisschen das Bedrohen untereinander und den ein oder anderen Halunken der dann in den Kerker gebracht wird. Das „im Vexin hat keiner ne Waffe“ ist mir n bisschen zu romantisch gedacht. Das von den Beamten angeordnete Waffenverbot fand ich IT wie OT überflüssig. Das kann ja auch schön-offensichtlich klischeehaft passieren und nicht auf „wir meucheln vor den Dixis“-mäßig, dann hätten vielleicht auch die Waffenknechte ein bisschen zu tun gehabt (Räuber fangen, Schürfer beschützen und dafür Geld abgreifen, mit den Räubern geschäfte zu machen um bei den Schürfern noch mehr Geld zu machen). Auch bei so einem Konzept sind 2-3 NSC ganz nützlich. Meine Meinung…

      Fazit:
      Wetter, Location und Spielerschaft wurden perfekt um ein rundes, auf dem Boden gebliebenes Abenteuer um einen Goldrausch ohne Gold zu gestalten. Phil hat viel zu viel alleine gemacht, selber schuld.. aber damit auch doppelter fame! Die Mischung der Spielerschaft war auch perfekt, ich hab mich auch über die neuen Gesichter gefreut, auf ein Wiedersehen!
      Für mich bei den Top 3 der VexinCons und in meinen persönlichen Top10, vor allem weil auch hier das traditionelle Samstag-Nachmittag-Loch nicht vorhanden war.


      2.Teil: die Rauhnacht

      Ich finde wir haben im Vexin ein paar wunderschöne Traditionen, die man immer wieder pflegen kann. Die Rauhnacht ist eins dieser Highlight und dieses Jahr hat das letzte nochmal übertroffen. Phils Liederkunst ist da aus meiner Sicht genau so eine tragende Säule wie das gemeinsame Festmahl. Nächste mal sollte man das aber echt begrenzen, es war ultra-zuviel Essen da und viel landete leider im Müll.
      Tanzen, Singen, Trinken, Lachen.. ich bin froh das mit angehender Grippe noch alles geschafft zu haben, danach lag ich aber richtig flach… aber mit schönsten Erinnerungen!
      Bilder
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      - "Du siehst:.... wie Telling das Larp kaputt macht" -
      Vexin-Con - 16.-18.02.2018
      Westfurth 8 - 29.03.-02.04.2018 (Chevalier de Aiguillon)
    • Steinrausch-Review:

      Zu Beginn möchte ich erwähnen, dass dies mein dritter LARP-Con war. Ich weiß, trotz regelmäßigen Austausch, nicht was einen guten Con (für mich) ausmacht. Besonders ist mir das in einer Unterhaltung über den Westfurth-Con 2018 kurz vor Bgeinn des Cons aufgefallen.

      Wieder aufgefallen ist mir diese Tatsache nach dem Steinrausch.
      Kein großer, übermäßig aufgeblasener Plot, sondern ein Haufen von Typen, die was von wertvollen Steinen im Wald gehört haben.

      Die Location war sehr gut, sowohl von der inneren Ausstättung der beiden Häuser (soweit ich in das Haupthaus Einblick bekommen hatte), als auch der angrenzende Wald.

      Der Wald hat seinen Zauber auch schon ab dem ersten Abend versprüht und auch mich auf die Suche nach Steinen gelockt.
      Dabei war ich eigentlich als Bleu-Dealer unterwegs und sollte den geschundenen Arbeiter einen entspannten Drogentrip bescheren.
      Aber leider sind die meisten dieser Arbeiter, und auch ich, einem anderen Rausch verfallen.

      Es passierte einfach so viel nebenbei. Seien es die Maitres, die die ganze Zeit Sachen trieben, die ich IT nicht nachvollziehen konnte, irgendwelche Gräber, die Nachts geschändet wurden, alte Geschichten von verrückten Großvätern oder Schätzen im Wald. Letzterer bewog mich sogar Samstag DIREKT nach dem aufzustehen und den Pilgerschatz zu bergen. Mit leerem Magen machte ich mich auf die Suche mithilfe einer Skizze der Karte. "Wird schon so ne Stunde dauern, aber nicht länger." dachte ich mir. Irgenwann habe ich umgedreht. "Unmöglich, dass das hier noch zum Spielfeld gehört. Ich bin super weit weg von der Taverne." Nur um später festzustellen, dass ich ca. 100m vor dem Schrein kehrtgemacht hatte.

      Zusammen mit den Erzählungen von anderen muss ich wirklich fragen, wie eine Person das auf die Beine stellen konnte. Aber die Mühe war es wert. Die ganzen Leute, die "ihren" Plots gefolgt sind und dadurch mit ganz anderen Bereichen in Kontakt waren haben für mich erst die Immersion vollendet.

      Abgeschlossen mit einer kulinarisch verzüglichen Rauhnacht, in der man allen Beteiligten eine zufriedene Erschöpfung ansehen konnte, war dies mit Abstand mein bester Con. Und er wird es auch wohl noch lange bleiben!

      Ich danke dir Phil für diese Erfahrung!
    • Nochmal Danke an alle, auch für dei Reviews.

      Vor allem durch euch wurden meine Gedanken und Ideen gestaltet, verändert und zu dem gemacht, was wir alles erlebt haben.

      Es gab mmn nach kleine Verbesserungsmöglichkeiten, weil ich an einiges nicht im Vorfeld gedacht hatte, aber für mich war das einer der schönsten Cons, auch aus SL Sicht, aber auch vor allem, weil ich während des Cons eigentlich machen konnte, was ich wollte, ohne groß eingespannt zu sein.

      Ich kann nur sagen ihr habt den Con einfach unvergleichlich und unvergesslich gemacht.

      Ich glaube künftig kann ich kaum noch einen Con wirklich von grundauf planen, denn dieser Con war eine Herzensangelegenheit und mein kleines "Meisterstück".

      Von daher werde ich als Conplaner, auch für das Vexin erst einmal in den Hintegrund treten und den Weg für neue Ideen freimachen.
      Basteleien und Hilfestellung gebe ich gerne weiter.

      Ich hoffe bald auf einen Con, wo ich viele von euch nochmal treffen darf.

      Phil